Deutsche Seemannsmission Kiel e. V. support of seafarers` dignity
Deutsche Seemannsmission Kiel e. V.               support of seafarers` dignity

Geschichte der Seemannsmssion

Schiffergilden im Mittelalter

Bereits im Mittelalter gab es in fast allen nordeuropäischen Hafenstädten Schiffergilden, die sich um Seeleute und deren Angehörige kümmerten. Mit der beginnenden Industrialisierung zu Anfang des 19. Jahrhunderts nahm die Bedeutung der Gilden und Zünfte und die darin einbegriffene Fürsorge für deren Mitglieder jedoch sehr schnell ab.



Wicherns Anstoß zur Gründung der Seemannsmission

In England hatte die industrielle Revolution begonnen, und in England entstanden bereits um 1830 auch die ersten Missionen für Seeleute. In Deutschland gab Johann Hinrich Wichern mit seiner Rede auf dem Wittenberger Kirchentag im Jahre 1848 den entscheidenden Anstoß für die Gründung der diakonischen Werke und der Deutschen Seemannsmission. In seiner dazu verfassten Denkschrift nannte er Beispiele für mögliche und nötige konkret-praktische Hilfen - unter anderem für die Seeleute. Da heißt es: “Wir  erinnern uns an die Fürsorge für die Matrosen, die in den Seestädten der Nord- und Ostsee so notwendig wäre. Die großen Resultate, welche englische und namentlich amerikanische Gesellschaften durch Errichtung von Seemannshäusern auf diesem Gebiet erreicht haben, ermuntern zur unverweilten Nachfolge.” 

Seefahrt im 19. Jahrhundert

Es sollten noch mehr als drei Jahrzehnte vergehen, bis diese Ziele in zunächst kleinen Schritten verwirklicht wurden. Die ersten deutschen Seemannsmissionen entstanden in England - zumeist aufgrund persönlicher Initiativen der kleinen deutschen Kirchengemeinden in den ostenglischen Kohlehäfen. Die “Turn Around” Zeit für einen Kohlefrachter betrug damals bis zu vier Wochen. Dabei wurden die Seeleute an Land regelrecht ausgenommen von Gastwirten, Dirnen und Heuerbaasen. Statt sauer verdientes Geld nach Hause zu bringen, verschuldeten sie sich und mussten nachteilige Heuerverträge eingehen, um die gemachten Schulden wieder abzuarbeiten. Die in den 70-er und 80-er Jahren des 19. Jahrhunderts entstehenden kleinen deutschen Seemannsmissionen in Hull, Sunderland und anderen englischen Kohlehäfen boten den Seeleuten Betreuung, Aufenthalt, Unterkunft und eine Alternative zum Rotlicht-Distrikt. Dass die Seefahrt im 19. Jahrhundert für die Seeleute auch mit erheblichen Gefahren für Leib und Leben verbunden war, ist einer britischen Statistik aus dem Jahre 1865 zu entnehmen. Danach ereigneten sich in jenem Jahr allein vor den britischen Küsten 1700 Schiffbrüche mit 470 Ertrunkenen. Ähnlich hohe Zahlen an Schiffsverlusten und Ertrunkenen gab es in jener Zeit auch an der nordjütischen Küste und in der  Jammer Bucht.

Die Anfänge der Seemannsmission bis zum 2. Weltkrieg

 

Das erste Seemannsheim in Deutschland wurde 1887 in Hamburg gegründet, die erste Seemannsmission im Inland entstand 1891 ebenfalls in Hamburg. In seiner "Geschichte der deutschen Seemannsmission" schreibt Reinhard Freese: "Dass die Seemannsmission in der inneren Missionsbewegung lange Zeit keine Freunde und tätigen Christen fand, die sich hinter diesen Dienst stellten, lag tief in der Mentalität der Deutschen des 19. Jahrhunderts begründet. Deutschland stand mit dem Rücken zur See. Die Politiker kannten sich an der Küste nicht aus. Die Nöte der Seeleute kannte kein Pastor und kein Laie." Man könnte meinen, diese Aussage zur Mentalität der Deutschen und ihrer Politiker hätte auch heute noch einige Aktualität.


Die erste Seemannsmission auf schleswig-holsteinischem Boden entstand 1893 in Flensburg, das damals noch ein prosperierender Handelshafen war. Die Monatsblätter für innere Mission berichten im September 1893 aus Flensburg, "dass ein dort eingestellter Gemeindegehilfe regelmäßig an Bord der im Hafen liegenden Schiffe ging, den Seeleuten Schriften brachte und sie sonntags zum Gottesdienst einlud". 1898 wurde die Kieler Seemannsmission gegründet. Und um die Jahrhundertwende gab es bereits in fast allen größeren deutschen Seehäfen Seemannsmissionen und Betreuungseinrichtungen für Seeleute.

In der Zeit vor dem ersten Weltkrieg wurden von vielen christlichen Seefahrtsnationen mit lutherischem Bekenntnis Seemannsmissionen gegründet - mit einem weltweiten Netz von Stationen nach englischem Vorbild. Diese waren in erster Linie für die Betreuung von Seeleuten der eigenen Nation gedacht, wenn auch die englische Seemannsmission sich bereits früh für Seeleute anderer Nationen öffnete. Die "Betreibermodelle" waren durchaus unterschiedlich. So gab und gibt es in Skandinavien besondere Seemannskirchen, die für die norwegische, schwedische oder finnische Seemannsmission eine Art Mutterhaus-Funktion übernommen haben. In Deutschland wurde die Errichtung und Unterhaltung der Auslandsstationen der Deutschen Seemannsmission etwa ab 1890 als gesamtkirchliche Aufgabe gesehen und vom Lutherischen Verband und der Evangelischen Kirche Deutschlands getragen, während die Stationen im Inland von gemeinnützigen Vereinen getragen und von den Landeskirchen unterstützt werden. Als Förderer der inländischen Seemannsmissionen haben die Nautischen Vereine, aber auch Reeder häufig eine wichtige Paten-Rolle bei der Gründung gespielt. Heute wird die Seemannsmission auch von der ITF, der internationalen Gewerkschaft für Transport und Verkehr finanziell unterstützt. Die Zielsetzung war allen damaligen Seemannsmissionen in etwa gemein. Im Handbuch der Wohlfahrtspflege der Stadt Kiel von 1909 steht über das Seemannsheim Wall 24 zu lesen: "Zweck ist die Bewahrung der Seeleute vor Übervorteilung und Ausbeutung durch unlautere Personen, Hebung der Sittlichkeit und Erhaltung der Religion. Lese- und Schreibzimmer."

Während des I. Weltkriegs waren die Wirkungsmöglichkeiten der Deutschen Seemannsmission im In- und Ausland eingeschränkt. Als Folge der wirtschaftlichen Krise nach dem Krieg stieg die Nachfrage von Seeleuten nach Übernachtungsmöglichkeiten in Seemannsheimen des Inlandes in den 20-er Jahren stark an. Im Jahre 1925 verzeichnete allein das Hamburger Seemannsheim am Wolfgangsweg 19.424 Übernachtungen. In den 20-er und 30-er Jahren wurde auch die Zusammenarbeit mit den Seemannsmissionen anderer Länder wieder aufgenommen und ausgebaut. Im Jahre 1922 wurde von Papst Pius XI. die heute weltweit operierende katholische Seemannsmission unter dem Namen Apostulatus Maris oder Apostleship of the Sea ins Leben gerufen. Die Stationen der katholischen Seemannsmission sind allen Seeleuten unter dem Namen Stella Maris bekannt.

Im II. Weltkrieg kam die Arbeit der Deutschen Seemannsmission nahezu zum Erliegen. Viele Seemannsheime wurden durch den Bombenkrieg zerstört. Nach dem Krieg mussten die durch das Hitler Regime konfiszierten Vermögen vor Gericht zurück erstritten werden. Und auch die deutsche Handelsschifffahrt kam zunächst unter der Flagge "C" erst ganz allmählich wieder in Fahrt. Das änderte sich mit dem beginnenden Wirtschaftswunder in den 50-er Jahren.

Der Aufbau der Seemannsmission nach dem 2. Weltkrieg

 

Die Deutsche Seemannsmission konnte nach dem II. Weltkrieg dann wieder relativ schnell Fuß fassen. Im Inland wurden neue Seemannsheime gebaut oder wieder aufgebaut. Und das war notwendig, denn in der Hochkonjunktur der deutschen Seeschifffahrt waren 1970 ca. 44.000 Seeleute auf deutschen Schiffen beschäftigt. Entsprechend groß war die Nachfrage nach Betten. Die Seemannsheime nahmen sich auch der Seemannsfrauen und Seemannsfamilien in den Häfen an. Auf den Schleusen in Holtenau und Brunsbüttel warteten im Jahre 1955 etwa 15.400 Familienangehörige auf die Durchfahrt der Schiffe mit ihren Männern, Vätern oder Söhnen. Der Kieler Seemannsmission wurde zu diesem Zweck bereits im Dezember 1951 von der Kanalverwaltung ein Haus an der Süd-Schleuse zur Verfügung gestellt (mit 12 Betten, einer Küche und zwei Aufenthaltsräumen). Bis zum Jahre 2001 trug dieses Haus den Namen Seemannsfrauenheim. Heute heißt es wieder schlicht Seemannsheim und dient vorrangig Seeleuten als Unterkunft, die auf ihr Schiff warten oder in Holtenau abmustern. In Lübeck an der Untertrave wurde in den 60-er Jahren ein Teil des Seemannsheims als "Kinderhotel" eingerichtet und erfreute sich regen Zuspruchs. Seit Anfang der 90-er Jahre gibt dafür jedoch keine Nachfrage mehr. Das ehemalige Kinderhotel wurde zurückgebaut und wird jetzt in Zusammenarbeit mit der finnischen Kirche als Unterkunft für Trucker genutzt.

Die Stationen der Deutschen Seemannsmission im Ausland waren oder wurden vornehmlich in den traditionellen Anlaufhäfen deutscher Schiffe eingerichtet - in Yokohama, Djakarta, Sao Paulo oder New Orleans. Die Diakone und Pastoren, die für die Seemannsmission arbeiten, müssen schon aus besonderem Holz geschnitzt sein - speziell, wenn sie ins Ausland gehen und in fremder Umgebung auf sich allein gestellt arbeiten müssen. In einigen exotischen Diktaturen geht nicht immer alles mit rechten Dingen zu. Ganze Besatzungen oder einzelne Seeleute können plötzlich und ohne eigene Schuld in Schwierigkeiten kommen. Der Seemannspastor muss durchsetzungsfähig aber auch diplomatisch sein, er muss über gute Kontakte zu den örtlichen Behörden verfügen und die Sprache des Landes hinlänglich verstehen und sprechen können.

Neue Aufgaben der Seemannsmission in der modernen Schifffahrt

Die Rahmenbedingungen der deutschen und der internationalen Handelsschifffahrt haben sich in den vergangenen 30 Jahren in einem Ausmaß und Tempo verändert, das den Übergang von der Segelschiffszeit zur Dampfschiffszeit als gemütlich erscheinen lässt. Die Veränderungen betreffen vor allem folgende Bereiche:

 

Eigentumsverhältnisse an Schiffen

 

Flaggenstatus

 

Besatzungsstärken und -strukturen

 

Ladungsarten und Hafenliegezeiten


Das bedeutet:

 

Die klassischen Reeder mit definierter Haftungsverantwortung und Geschäftsadresse im Flaggenstaat geraten zunehmend in die Minderheit. Immer mehr international verschachtelte Beteiligungsgesellschaften von Schiffsbetreibern mit Geschäftsadressen von Briefkastenfirmen im steuerbegünstigten Ausland drücken auf die Frachtraten und versuchen das Geschäft an sich zu reißen. Gegen solche Gesellschaften lassen sich die Rechte von Besatzungsangehörigen nur schwer durchsetzen.

 

Als "Billigflaggen" oder "flags of convenience" werden die Flaggen von Schiffsregister betreibenden Staaten bezeichnet, die im Hinblick auf Ausrüstung, Ausbildung, Besoldung und Schiffsbesetzung geringere Anforderungen stellen als traditionelle Schifffahrtsnationen. Für Reeder oder Schiffsbetreibergesellschaften ist es daher oft kostengünstiger, ihre Schiffe auszuflaggen und in Billigflaggen-Staaten registrieren zu lassen. Für die Seeleute hat das zumeist die Konsequenz niedrigerer Bezahlung, schlechterer Arbeitsbedingungen und geringerer Rechte.

 

Die Besatzungsstärken nach Schiffsbesetzungsordnung sind in den letzten 30 Jahren auf weniger als die Hälfte reduziert worden. Dies wurde möglich aufgrund des hohen Automationsgrades moderner Handelsschiffe. Das bedeutet jedoch - insbesondere für die in Küstengewässern verkehrenden Container Feeder - ständige Überforderung und Überlastung für die Besatzung - mit der Folge von Übermüdung und Mangel an Gemeinschaft. Mannschaften für ausgeflaggte Schiffe werden fast ausschließlich aus Ländern mit niedrigem Lohnniveau rekrutiert, z. B. : Philippinen, Indien, Pakistan, Russland. Schiffsoffiziere gehören meist der Nation der Reederei oder des Flaggenstaates an. Das bedeutet eine weitere Reduzierung von Kommunikation mit der Folge psychischer Isolation und Vereinsamung.

 

Die Containerisierung der Stückgutverkehre wie auch die Modernisierung der Umschlageinrichtungen für Massengüter haben zu extrem kurzen Hafenliegezeiten geführt. Ein Hafen bietet heute kaum noch Zeit für Muße oder Erholung.


Diese Veränderungen bedeuten zugleich neue Herausforderungen für die Seemannsmission. Wir betreuen heute Seeleute aus aller Welt - ungeachtet ihres religiösen Bekenntnisses, ihrer ethnischen Zugehörigkeit oder ihrer Nationalität. Alle christlichen Nationen, die Seemannsmission betreiben, haben sich in der International Christian Maritime Association (ICMA) zusammengeschlossen. ICMA bietet ein Forum für den Austausch von Erfahrungen, unterstützt Möglichkeiten einer effizienten Kooperation und sorgt für die Ausbildung von Trainees. Darüber hinaus können eigene Erkenntnisse über die Situation der Seeleute in Vorschläge und Empfehlungen an die International Maritime Organisation (IMO) umgesetzt werden mit dem Ziel einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Seeleute, der rechtlichen Rahmenbedingungen und der Sicherheitsstandards an Bord.

Die Präsenz der Seemannsmission in den Häfen der Welt ist unverändert wichtig. Die Seeleute haben Vertrauen zur Seemannsmission und sehen in der Seemannsmission nicht nur eine Betreuungseinrichtung sondern auch einen "safe haven" - einen Ankerplatz für Notfälle. Nicht ohne Grund hat die Deutsche Seemannsmission ihrer vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift den Titel "Lass fallen Anker" gegeben. Missstände oder Probleme auf einzelnen Schiffen werden häufig erst über die Seemannsmission bekannt. Internationale Organisationen, wie die IMO oder die ITF können jedoch erst dann tätig werden, wenn Missstände oder menschenunwürdige Arbeitsbedingungen offenkundig werden.

Dass Schiffe in afrikanischen oder asiatischen Häfen an der Kette liegen, deren Besatzungen über Monate keine Heuer und häufig nicht einmal mehr Kredit beim Schiffshändler erhalten, um Proviant zu kaufen, hat der ein oder andere bestimmt schon einmal gehört. Man kann sich im Internet Berichte von englischen Seemannspastoren anschauen, die für sich sprechen. Dass so etwas auch in unseren Häfen passieren kann, erscheint sicherlich eher unwahrscheinlich, aber es passiert auch hier.

Im November 2002 lief der russische Frachter "Volna" mit einer Decksladung Holz in die Kieler Förde ein. Weil die Holzladung im Wintersturm verrutscht war und der Dampfer Schlagseite hatte, wurde das Schiff nicht für die Kanalpassage zugelassen. Die Holzladung wurde im Nordhafen gelöscht. Beim Wieder-Auslaufen aus der Förde lief die "Volna" bei Laboe auf Grund. Das Schiff war nach einer Inspektion durch die Wasserschutzpolizei nicht mehr seetüchtig und wird am Thiessenkai an die Kette gelegt. Der russische Reeder versprach eine Geldüberweisung für die Reparatur, die aber nicht kam. Unser Seemannspastor Matyba besuchte das Schiff täglich und die Besatzung fasste allmählich Vertrauen. Die Seeleute hatten seit Monaten keine Heuer erhalten, die Proviantlast war leer - das heißt, die Besatzung hungerte bereits. Holtenauer Einzelhändler und Restaurants spendeten auf Bitten der Seemannsmission Lebensmittel. In Zusammenarbeit mit dem DRK, der Gewerkschaft und vielen ungenannten Helfern wurde die Proviantlast wieder gefüllt, wurden Kleider und Geschenke gespendet. Es fand sich auch eine Instandsetzungsfirma, deren Mitarbeiter das Schiff in ihrer Freizeit instand setzten. Das Material stellte die Firma zur Verfügung. Nach neunzehn Tagen wurde von den Behörden die eingeschränkte Fahrtüchtigkeit zertifiziert, und das Schiff konnte mit Kurs St. Petersburg in See gehen. Nicht immer laufen solche Fälle so glücklich ab. Die Besatzungen haben meist Angst um den Verlust ihres Arbeitsplatzes oder vor Repressalien und sagen nichts. Erst wenn eine Vertrauensbasis da ist, kann man die Probleme vor Ort erkennen und praktisch helfen..

Bordbesuche haben wegen der kurzen Hafenliegezeiten heute eine höhere Priorität als Übernachtungsmöglichkeiten im Seemannsheim, wir müssen in vielen Fällen Überkapazitäten an Betten aus den 70-er Jahren abbauen - auch das kostet Geld. Der ITF Seafarers Trust sponsert Investitionen für Seemannsclubs und Minibusse, aber für die Betriebskosten müssen wir selbst aufkommen. Von den Landeskirchen erhalten wir Personalkostenzuschüsse für die hauptamtlichen Mitarbeiter, von den Reedereien erhalten wir freiwillige Schiffahrtsabgaben, von den Kirchenkreisen erhalten wir einmal im Jahr den Erlös einer Kollekte und natürlich bekommen wir auch Spenden von Firmen der Hafenwirtschaft und von den Nautischen Vereinen.

Die Deutsche Seemannsmission hat ihr Licht bisher meist unter den Scheffel" gestellt, nach dem Motto: "Tue Gutes und sprich nicht darüber". Wir werden in Zukunft jedoch mehr an die Öffentlichkeit gehen müssen, um die notwendige Unterstützung für unsere Arbeit zu erhalten. Unsere Mission ist der Seemann, unser Motto heißt "Support of Seafarer's Dignity" das bedeutet, die Würde der zur See fahrenden Menschen zu achten, zu unterstützen und zu schützen.

Wenn wir erfahren, welche Schiffe den Hafen anlaufen, bereiten unsere Bordbetreuer den Besuch ihrer Schiffe entsprechend vor. Dazu gehört Informationsmaterial über den Hafen und die Stadt, dazu gehören Telefonkarten, die wir über den Seemannsclub "Duckdalben" in Hamburg billiger bekommen und entsprechend preiswert an die Seeleute abgeben können, dazu gehören auch aktuelle Informationen aus dem Heimatland der Besatzung, die wir uns aus dem Internet holen. Wird ein Schiff mit einer polnischen oder russischen Besatzung erwartet, kann man sich vorher entsprechende Zeitungsseiten aus dem Internet ausdrucken, das ist nicht immer ganz einfach, wenn man die Sprache nicht versteht, aber unsere Bordbetreuer haben da inzwischen schon einige Erfahrung. Die Liegezeiten in den Häfen sind heute zumeist so kurz, dass die Besatzungen kaum Zeit zum Einkaufen haben. Statt Ausflüge zu veranstalten, fahren unsere Minibusse mit Besatzungsmitgliedern eher zum Einkaufen in die Stadt. Und unsere Bordbetreuer beraten und helfen dabei. Oft besteht bei Seeleuten der Wunsch mit den Familienangehörigen zu Hause in Kontakt zu kommen - per Telefon oder per E-Mail. Unsere Seemannsmissionen sind dafür mit moderner elektronischer Kommunikation ausgestattet. Wenn ein Schiff länger im Hafen liegt, werden unsere Seemannsheime und Clubs gern in Anspruch genommen. Eines der beliebtesten Spiele ist Pool Billard, das ist ein Spiel, das man nur an Land spielen kann, weil die Kugel in See den Gesetzen des Seegangs und der Schwerkraft folgt. Wer Billard spielt, ist also definitiv im Hafen.

Die Deutsche Seemannsmission verfügt im Inland über 16 Stationen, die von Vereinen getragen werden, das sind von West nach Ost: Emden, Wilhelmshaven, Brake, Bremerhaven, Bremen, Cuxhaven, Stade/Bützfleth, Hamburg Altona, Hamburg R.V., Hamburg-Harburg, Brunsbüttel, Kiel, Lübeck, Rostock, Sasssnitz und im Süden der See- und Binnenhafen Duisburg. Die Stationen werden von hauptamtlichen (bezahlten) und ehrenamtlichen (unbezahlten) Kräften geführt. Der großzügige Hamburger Seemannsclub "Duckdalben", in dem sich der Seemann wirklich heimisch fühlen kann und in dem es auch einen Raum der Stille für alle Welt-Religionen gibt, wird ausschließlich von Diakonen und hauptamtlichen Mitarbeitern betrieben. Der "Duckdalben" wird zu einem großen Teil von der Stadt Hamburg mit finanziert, denn die Stadt möchte, dass Hamburg bei den Seeleuten als freundlicher Hafen gilt. Das arme Wilhelmshaven und die Landeskirche Oldenburg können das nicht, deshalb wird die Station in Wilhelmshaven seit vielen Jahren nur von ehrenamtlichen Mitarbeitern geführt, die sich aus pensionierten Lotsen, Marineoffizieren, ehemaligen Schiffsoffizieren und Seeleuten rekrutieren. Und das funktioniert auch.

Im Ausland werden von der DSM Bremen e.V. derzeit noch 22 Stationen unterhalten, davon werden fünf in Kooperation betrieben. (Alexandria, Amsterdam, Antwerpen, Douala, Durban, Felixstowe, Genua, Hongkong, Jakarta, Kopenhagen, Kotka, Le Havre, Lomé, London, Mäntyluoto, Middlesborough, New Orleans, New York, Piräus, Rotterdam, Santos, Singapore und Valparaiso)

Neunzig Prozent unseres Handels werden über See abgewickelt. Daran denkt jedoch kaum jemand, der im Supermarkt oder in einem technischen Großmarkt einkauft. Die Handelswaren kommen mit Schiffen, und die Schiffe werden von Seeleuten gefahren. Trotz aller Automation - an Bord der Schiffe werden immer Menschen sein. So wird die Seemannsmission auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten für die Menschen in der Seefahrt da sein und dabei immer wieder vor neuen Herausforderungen stehen. Dafür brauchen wir Unterstützung durch Menschen, die bereit sind, ehrenamtlich bei uns mitzuarbeiten, und Menschen die uns durch Spenden helfen.

Daten zur Deutschen Seemannsmission Kiel

1898: Gründung der Seemannsmission in Kiel

1898 ist das offizielle Gründungsjahr der Kieler Seemannsmission. Mit Unterstützung des "Nautischen Verein zu Kiel" wurde ein Hafenmissionar eingestellt und ein Kieler Orts-Komitee gegründet. Am Innenhafen wurde ein Haus für die Betreuung der Seeleute erworben, welches schon bald stolze Besucher- und Übernachtungszahlen aufweisen konnte. Auch Bordbesuche wurden regelmäßig durchgeführt. Diese positive Entwicklung wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen.

Nach dem Krieg erschwerten die Restriktionen des Versailler Vertrags für die deutsche Handelsflotte den Neuanfang. Die Inflation Anfang der zwanziger Jahre und die Weltwirtschaftskrise Ende der zwanziger Jahre taten ein übriges. Zwar verzeichnen die Jahresberichte der Kieler Seemannsmission für diese Zeit große Übernachtungszahlen, aber es waren zumeist Langzeit-Arbeitslose und Seeleute, die mit wenig Hoffnung auf  ein Schiff und eine neue Heuer warteten. Zudem hatte sich der Schiffsverkehr mehr zu den Holtenauer Kanalschleusen und in die dortigen Hafenbereiche verlagert, sodass die Seeleute vom Heim am Innenhafen nicht mehr genügend wahrgenommen werden konnten. Der damalige Dachverband der Deutschen Seemannsmissionen, der Lutherische Verband, hatte deshalb bereits 1926 einen Seemannsmissionar für Holtenau berufen. 1934 wurde das Seemannsheim am Wall aufgegeben und verkauft.

1935: Das Haus Kanalstraße 64

Zur gleichen Zeit hatte der Lutherische Verband von der Kanalverwaltung ein Grundstück in der Nähe des Holtenauer Leuchtturms erworben. Dort wurde das damals wohl kleinste Seemannsheim in Deutschland errichtet. Bei der Einweihung am 13. Juni 1935 wehte auf dem Haus neben der Flagge der Seemannsmission bereits die Flagge des Dritten Reiches. Die ideologischen Angriffe der Nationalsozialisten gegen den christlichen Charakter der Seemannsmission brachten die Einrichtungen der Seemannsmission in Gefahr, konfisziert zu werden. Daher traten die im "Zweckverband Deutsche Evangelische Seemannsmission" zusammengeschlossenen Vereine der Inneren Mission bei und konnten auf diese Weise überleben. Im Zweiten Weltkrieg kam die Arbeit der Seemannsmission zum Erliegen. Das Ende des Krieges brachte eine erneute Zäsur.

1945: Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg

Von der deutschen Handelsflotte waren durch Kriegsverluste und Ablieferungen an die Alliierten nur wenige kleine Einheiten übrig geblieben. Die aus der Internierung oder Kriegsgefangenschaft heimkehrenden Seeleute waren in den ersten Jahren ohne Arbeit und ohne Hoffnung. Der Dienst der Seemannsmission war notwendig und vielfältig gefragt. Die Vereine hatten sich wieder als freie Träger der Arbeit konstituiert. Ihr Zweckverband hieß nun "Deutsche Seemannsmission e.V." mit Sitz in Bremen. Das Kieler Seemannsheim in Holtenau war über den Krieg erhalten geblieben und konnte von 1948 an wieder arbeiten. Als es Ende der vierziger Jahre mit der Schifffahrt allmählich wieder aufwärts ging und die Zahl der Kanalpassagen Vorkriegsniveau erreichte, kamen viele Seemannsfrauen zur Holtenauer Schleuse, um ihre Männer, Väter oder Söhne für kurze Zeit zu treffen. Sie kamen oft von weit her und hatten häufig auch ihre Kinder dabei. Anfangs standen sie bei Wind und Wetter im Freien. Im Dezember 1951 stellte die Kanalverwaltung einen Teil eines festen Hauses auf der Südschleuse zur Verfügung.

Zur Betreuung der wartenden Frauen wurde hier das "Seemannsfrauenheim" eingerichtet. Mit dem Wandel der Schifffahrt etwa zwanzig Jahre später änderte sich der Bedarf. Mitte der 70er Jahre wurden erstmals Männer als Gäste und später auch als Übernachtende aufgenommen. Der Name "Seemannsfrauenheim" blieb jedoch noch lange erhalten. Heute heißt das Haus  "Seemannsheim Schleuse" und wird von Seeleuten aller Nationen genutzt, wenn sie in Kiel abmustern oder an der Schleuse auf ihr Schiff warten. Es wird von couragierten Betreuerinnen im Schichtdienst betrieben und hat in der Seefahrt das gleiche gute Renommee wie das frühere Seemannsfrauenheim.

1962: Ein Seemannsdiakon und Port Chaplain

Die missionarisch-diakonische Aufgabe der Seemannsmission wurde in den fünfziger Jahren noch mit dem Auftrag umschrieben, "dem Seemann die Heimat in die Welt nachzutragen". In den sechziger Jahren wurde die Schifffahrt zunehmend internationaler. 1962 begann Diakon Gerd Rohde seinen Dienst in Holtenau. Mit seinem Start bekam die frühere Bezeichnung "Hausvater und Seemannsdiakon" neuen Inhalt und neue Konturen. Die Seemannsmission musste sich auf grundlegende Veränderungen in der Schifffahrt einstellen. Neben den traditionellen Schifffahrtsländern drängten nun vermehrt junge Schifffahrtsnationen auf den Seefrachtmarkt. Konkurrenz belebt das Geschäft, drückt aber auch die Frachtraten. Kostenreduzierungen schienen für die Reeder unausweichlich. Man begann beim Personal. Mannschaften aus Drittländern mit niedrigerem Lohnniveau wurden angeheuert - anfänglich waren es Spanier, später immer mehr Asiaten, vor allem Philippinos, Kiribati, Inder und Pakistani. In den siebziger Jahren begann der Siegeszug des Containers, der die Umschlagzeiten gegenüber der herkömmlichen Stückgutfracht erheblich verkürzte. In den achtziger Jahren wurden durch Technisierung und Automation die Besatzungsstärken reduziert. Parallel dazu wurden immer mehr Schiffe in Länder mit Schifffahrtsregistern mit niedrigeren Standards ausgeflaggt.

Die Situation von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten, Sprachen und Religionen in einem hochtechnisierten Bordbetrieb ist schwierig und eine Herausforderung für die Seemannsmission. Die Vereinnahmung des Menschen durch die Technik, der Mangel an Gemeinschaft mit der Folge von Vereinsamung und der fehlende Ausgleich durch Landgang wegen immer kürzerer Umschlagszeiten üben eine negative Prägung aus. Zum Glück gibt es auch positive Beispiele mit intakten Bordgemeinschaften. Wo das Bordklima stimmt, kommt man gern an Bord, aber das sind nicht unsere Sorgenkinder.

Die veränderte Situation an Bord erforderte auch einen Wandel der gesamten Arbeit der Seemannsmission.  Die Öffnung für alle Seeleute ohne Ansehen der Herkunft, Nationalität, Sprache oder Religion ist heute selbstverständlich. Unsere Bordbetreuer sollten die internationale Sprache der Seefahrt, das Englische, beherrschen. Sie müssen auf ihre Aufgabe vorbereitet sein und wissen, was sie an Bord erwartet. Und natürlich müssen sie mit den Sicherheitsbestimmungen im Hafen und an Bordvertraut sein.

Unsere Jahresberichte weisen für die "Ära Rohde" neben Bordbesuchen und der Betreuung von Seeleuten, seelsorgerischen und fürsorglichen Hilfen auch Amtshandlungen aus: Gottesdienste, Andachten, Trauungen, Taufen, und  Trauerfeiern. Dazu kam in Holtenau eine stetig wachsende  Personalgemeinde von Seeleuten, ehemaligen Seeleuten und ihren Familien und Angehörigen. Das Holtenauer Seemannsheim wurde im Frühjahr 1993 mit einem Erweiterungsbau modernisiert. Die Simon-Petrus-Hauskapelle, ein Archivraum für die Lotsenbrüderschaft und ein Veranstaltungsraum wurden hinzugefügt und neu eingeweiht.

Gerd Rohde war über eine Generationsspanne von mehr als dreißig Jahren Seemannspastor und Port Chaplain in Kiel. Am Ende des Jubiläumsjahres "100 Jahre Kieler Seemannsmission" 1998 ging er von Bord. Für sein jahrzehntelanges Wirken gebührt ihm Dank und Anerkennung.

2000: Millenium - Neue Herausforderungen

Im Frühjahr 1999 trat Pastor Axel Matyba seinen Dienst als neuer Seemannspastor und an, allerdings nur mit einer halben Pfarrstelle - als erste von nachfolgenden harten Kürzungen kirchlicher Zuwendungen für die eigentlich ureigene kirchliche Aufgabe in Nordelbien. Pastor Matyba stieg mit Verve und neuen Ideen in die Aufgaben der Seemannsmission in ihrer ganzen Bandbreite ein.

"Seemannsmission beginnt mit der Entdeckung, dass Menschen an Bord von Schiffen leben und arbeiten", heißt es im Leitbild der Deutschen Seemannsmission. Um die Begegnungen mit den Menschen an Bord und unser Angebot von Hilfen zu verbessern, haben wir ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und freiwillige Helfer für einen Bordbetreuerkreis gewinnen können und für diesen Dienst ausgebildet.

Das Haus auf der Schleuse wurde von der Wasser- und Schifffahrtsdirektion im Jahre 2002 großzügig und modern ausgebaut. Mit mehr als tausend Übernachtungen pro Jahr von Seeleuten aus über vierzig Nationen, mit seinen engagierten Mitarbeiterinnen und seinem freundlichen Ambiente ist es eine Visitenkarte für das maritime Kiel.

Als Stützpunkt der Seemannsmission im neuen Kieler Ostuferhafen wurde 2002 der "Baltic Poller" als Anlaufstelle für Seeleute eingerichtet. Diakon Gerd Bätge hat dort bis Ende 2005 wichtige Aufbauarbeit geleistet.Von Januar 2006 bis Dezember 2009 wurde der "Baltic Poller" durch unseren ehrenamtlichen Bordbetreuer Herfried Passig geleitet. Seit dem 01. Januar 2009 leitet der ehrenamtliche Volker Wagner den "Baltic Poller".

Durch die Bestimmungen des ISPS-Code wird die Arbeit der Seemannsmission und der Landgang der Seeleute seit 2004 erheblich erschwert. Hier arbeiten wir jedoch mit den Sicherheitsbeauftragten der Kieler Häfen positiv zusammen.

Die Reduzierung kirchlicher Zuwendungen hat die Kieler Seemannsmission in den letzten fünf Jahren vor finanzielle Probleme gestellt. Das Bekanntwerden der Reduzierungen hat aber eine große Sympathiewelle für die Seemannsmission in Kiel und im Kieler maritimen Verbund ausgelöst. Sympathie ist zwar kein finanzieller Planungsfaktor, aber zusammen mit dem Nautischen Verein, mit Hilfe der Aktivitäten unseres Fördervereins und eines Fördererkreises ist die Kieler Seemannsmission auf einem guten Weg, diese Sympathien in konkrete Hilfe ummünzen zu können. Dazu benötigt die engagierte, aber meist wenig spektakuläre Arbeit der Seemannsmission Public Relations - ein Lernprozess für uns.

Im Amt des Seemannspastors hat es seit Sommer 2005 einige Wechsel gegeben. Während des Elternjahres von Pastor Matyba hat Pastor Claus Christen die Aufgaben des Seemannspastors übernommen. Pastor Matyba ist im Frühjahr 2006 für sechs Jahre als Gemeindepfarrer nach Kairo versetzt worden. Von Juni 2006 bis September 2007 hat Pastorin Andrea Mallek mit einer halben Stelle die Aufgaben einer Seemannspastorin wahrgenommen - sie wurde nach 15 Monaten auf eine vakante Pfarrstelle in Westensee versetzt. Für unsere Arbeit ist Kontinuität jedoch eine wichtige Komponente. Nach sieben Monaten ohne Seemannspastor haben wir zum 01. April 2008 einen Diakon gefunden, dem wir eine volle Stelle anbieten konnten. Mit Rudi Saß haben wir nun einen engagierten Seemannsdiakon, der uns auch längerfristig erhalten bleiben wird.

2007: Wachwechsel bei der Kieler Seemannsmission

Auch im Amt des Vorsitzenden der DSM Kiel hat es einen Wechsel gegeben. Der langjährige Erste Vorsitzende Dr. h. c. Hans-Rolf Dräger hat am Kieler Sonntag der Seefahrt am 11. November 2007 das Ruder an seinen bisherigen Stellvertreter Kapitän zur See a. D. Wulf Plesmann übergeben. Neuer Stellvertreter ist Dr. Dieter Radtke. Die beiden neuen Vorsitzenden ergänzen sich von ihren beruflichen Erfahrungen und können gut miteinander als Team.

Dr. Dräger wurde aufgrund seiner Verdienste um die Kieler Seemannsmission zum Ehrenvorsitzen der DSM Kiel ernannt. Am 23. Mai 2009 wurde ihm durch den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein das große Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Er wird sich auch jetzt noch nicht ganz aus der Arbeit zurückziehen, sondern weiter den Kapitänskreis und die Seemannsfrauen betreuen, wofür wir ihm dankbar sind-

Für den Weg in die Zukunft sind wir dem Motto der Deutschen Seemannsmission verpflichtet: "Support of seafarers' dignity".  Dieses Motto steht in der Tradition von Johann Hinrich Wichern der vor mehr als 150 Jahren ein Plädoyer für die Seemannsmission verfasst hat - nachzulesen wieter oben in: "Kleine Geschichte der Seefahrt und Seemannsmission".

Wer mehr über die Kieler Seemannsmission erfahren möchte, kann die Jubiläumsschrift "100 Jahre Kieler Seemannsmission" abfordern unter: 0431-361206 (Fax 36707). - Vielleicht hat jemand auch Interesse mitzumachen.

Wir freuen uns über jeden, der Interesse hat, bei uns mitzuarbeiten: als ehrenamtlicher Bordbetreuer, im Helferkreis oder als Mitarbeiter/in auf Mini-Job Basis im Haus auf der Schleuse.

Fachverband der Deutschen Seemannsmission e.V. mit Sitz in Bremen

Diese bildeten gemeinsam einen "Fachverband Deutsche Seemannsmission" im "Centralausschuß für Innere Mission" (später Diakonisches Werk).

Bereits 1974 haben sich diese vier in der Präambel genannten Verbände mit Zustimmung aller Mitglieder im Fachverband "Deutsche Seemannsmission e.V." zusammengefunden und eine neue Satzung gegeben. Unter § 2 (Zweck und Aufgabe) heißt es:

 

Der Verein fördert in diakonisch-missionarischem Dienst das Wohl der Seeleute und ihrer Angehörigen im In- und Ausland.

 

Er betreibt die Arbeit der Seemannsmission im Ausland insbesondere durch Gründung und Unterhaltung von Stationen im Ausland.


Seine Aufgaben sind insbesondere folgende:

 

Er berät und unterstützt seine Mitglieder in ihrem diakonisch-missionarischem Dienst an den Seeleuten und ihren Angehörigen und fasst sie zu gegenseitiger Hilfe zusammen.

 

Er berät und unterstützt darüber hinaus sonstige Vereinigungen und Einrichtungen, wie auch in Einzelfällen Personen, die denselben Zweck verfolgen.

 

Er vertritt die Seemannsmission in grundsätzlichen und überregionalen Angelegenheiten - unbeschadet der Selbständigkeit seiner Mitglieder - gegenüber kirchlichen und staatlichen Stellen und in der Öffentlichkeit.

 

Er arbeitet mit Organisationen, die Seemannsmission betreiben, zusammen und ist Mitglied in der International Christian Maritime Association (ICMA) und im Deutschen Zentralausschuss für Seemannsbetreuung.


Der Lutherische Verband hatte dieser Situation am 28. 11. 1975  mit einer Änderung seiner Satzung, die die Arbeit des Lutherischen Verbandes auf das Inland beschränkt, Rechnung getragen. 2004 wurde der Lutherische Verband in die Stiftung "Deutsche Lutherische Seemannsmission" umgewandelt. Die Stiftung unterstützt die Arbeit der Deutschen Seemannsmissionen im In- und Ausland.

International Christian Maritime Association (ICMA)

Seemannsmission wird weltweit von fast allen christlichen Konfessionen betrieben und ist in allen größeren Häfen der Welt zu Hause. Mitarbeiter der Seemannsmissionen betreuen Seeleute an Bord und an Land ungeachtet ihres religiösen Bekenntnisses, ihrer Nationalität oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit. Unter dem Dach der International Christian Maritime Association (ICMA) arbeiten alle christlichen Konfessionen zusammen, die Seemannsmission betreiben. ICMA setzt sich für die Würde der Menschen ein, die als Seeleute an Bord von Schiffen unter schwierigen Bedingungen arbeiten und leben. ICMA arbeitet zum Wohl der Seeleute eng mit anderen maritimen Organisationen zusammen, wie der International Maritime Organisation (IMO), der International Labour Organisation (ILO) und der International Transport Federation (ITF).