Deutsche Seemannsmission Kiel e. V. support of seafarers` dignity
Deutsche Seemannsmission Kiel e. V.               support of seafarers` dignity

Mitarbeiter/in im Bundesfreiwilligendienst (Bufdi) gesucht

Die Kieler Seemannsmission sucht zum 1. September 2019 zwei Mitarbeiter/in im Bundesfreiwilligendienst. Wichtig sind Eignung und Interesse für die Arbeit sowie ein PKW-Führerschein. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Seemannsdiakonin Stefanie Zernikow, E-Mail: dsm-kiel@seemannsmission.org oder Telefon 0152 29 22 73 49.

Im folgenden Artikel schildert Niklas Jensen seine Erfahrungen, die er als Bufdi vom Sep. 2017 bis Sep. 2018 bei der Kieler Seemannsmission gemacht hat. Im Anschluss teilt Björn Peters seine Erlebnisse, die er als Bufdi von Dezember 2011 bis September 2012 gemacht hat.

Moin!
Ich bin Niklas, 20 Jahre alt, und habe gerade ein Jahr Bundesfreiwilligendienst bei der deutschen Seemannsmission Kiel e.V. hinter mir. Es war ein tolles Jahr. Ein Jahr in dem ich wertvolle Erfahrungen sammeln durfte, neue Arbeitsweisen erlernen konnte und jede Menge netter Menschen kennen gelernt habe. Natürlich gab es auch Tage an denen ich mich aus dem Bett quälen musste, aber wo ist das nicht so?

 

Für mich war es ein besonderer Reiz, dass ich in dieser Arbeit einen Sinn gesehen habe, bzw. das natürlich auch noch immer tue. Die Seeleute haben häufig keine guten Arbeitsbedingungen, schlechte Bezahlung und sind teilweise bis zu 9 Monate am Stück auf See. Da einen Gegenpol zu bilden, den Seeleuten bei verschiedensten Dingen zu helfen und sie hier in Kiel willkommen zu heißen, das macht diese Arbeit aus!

 

Die Aufgabenvielfalt sorgt dafür das es nie langweilig wird und man nicht nach zwei Wochen in einer ständigen Routine gefangen ist. Eine deiner verschiedenen Aufgaben sind beispielsweise Bordbesuche. Bordbesuche haben mir immer sehr viel Spaß gemacht, da man auf die Schiffe geht und direkt mit den Seeleuten spricht. Man hilft bei Problemen, oder unterhält sich einfach mit den Seeleuten. Ganz besonders daran war für mich, dass man sofort gemerkt hat wie sehr sich die Seeleute über die Gesellschaft oder die Hilfestellungen freuen.

 

Die verschiedenen Seminare sind über das Jahr immer eine super Abwechslung zur Arbeit. Man lernt bei den Seminaren echt nette Leute kennen, zu vielen habe ich noch immer Kontakt. Auch die Themen der Seminare sind meist gut gewählt.

 

Abschließend kann ich sagen, dass der Bundesfreiwilligendienst ein voller Erfolg war! Ich habe mich sehr weiterentwickelt, neue Stärken und Schwächen an mir entdeckt und vielen Seeleuten ihren Alltag auf See erleichtert oder ihnen bei konkreten Problemen geholfen.

 

Ich würde so ein Jahr jedem empfehlen, der sich unsicher über seine Zukunft ist, der offen und Kontaktfreudig ist, neue Charaktereigenschaften an sich entdecken will und dazu auch noch etwas gutes tun möchte.

Viele Seeleute hat Björn Peters auf ihren Schiffen während der Schleusung in Holtenau besucht. Foto: Kauffeld

Nach der langen Schulzeit bis zum bestandenen Abitur und einem kurzen Ausflug an die Kieler Uni hatte Björn Peters erst einmal genug vom Lernen aus Büchern. Er entschied sich für einen Bundesfreiwilligendienst. Die Seemannsmission kannte er schon aus seiner Heimatstadt Brunsbüttel, aber da er bereits in Kiel-Holtenau wohnte, wollte er hier seinen Dienst leisten.

 

„Ich wollte etwas Neues kennenlernen, praktisch arbeiten, aber auch Eigenverantwortung übernehmen“, begründet der 22-jährige seine Entscheidung. Die Seemannsmission bot ihm viel Freiheit, vieles konnte er selbst entscheiden und er war als Partner bei der Arbeit geschätzt. Gleich zu Beginn hatte er für ein paar Wochen eine philippinische Mannschaft betreut, deren Schiff wegen einer Reparatur in der Lindenau-Werft lag. Fast täglich besuchte er dort die Crew und half, die vielen Tücken des Alltags zu meistern. Zum Dank wurde er dann Silvester aufs Schiff zu einem zünftigen Spanferkelessen eingeladen. „Die Seeleute von den Philippinen sind sehr offen und herzlich. Für die dortigen Verhältnisse ist die Arbeit auf einem Schiff ein guter Job. Allerdings muss man vorher auch eine kostenpflichtige Seemannsschule besucht haben, bevor man von einer Agentur als Schiffstechniker oder -elektriker vermittelt wird. Alle haben immer Bilder von der Familie auf dem Handy oder Laptop. Die Familie ist ihr ganzer Stolz“, so schildert Björn seine Erfahrungen bei diesen Bordbesuchen.

 

Etwas zurückhaltender hat er Seeleute aus Russland oder der Ukraine erlebt. Sie bleiben meist lieber unter sich. Für Björn bedeutete dies, ihnen einen Aufenthalt im Seemannsclub „Baltic Poller“ zu ermöglichen. „Die Arbeit in der Seemannsmission ist immer unterschiedlich: mal geht es um persönliche Gespräche, dann aber auch darum, praktische Dinge zu organisieren, wie aktuelle Tageszeitungen, Internetverbindungen oder einfach ein Bier zum Feierabend im Club“, erzählt Björn.

 

Ein wichtiger Service der Kieler Seemannsmission ist das Haus auf der Schleuse. Hier können Seeleute übernachten oder im Aufenthaltsraum auf ihr Schiff warten. „Mal ist das Haus wochenlang rappelvoll, dann hat man alle Hände voll zu tun, mal gibt es aber auch für ein paar Tage eine Flaute“, berichtet Björn. Je nach Bedarf hat er hier die regelmäßig eingesetzten Servicekräfte unterstützt oder die Buchführung auf den neusten Stand gebracht.

 

Jetzt will Björn sein bereits begonnenes Studium in Philosophie und Skandinavistik fortsetzten. Die Zeit in der Seemannsmission bereut er keineswegs: „Die Seemannsmission ist eine schöne Einrichtung. Wenn ich Zeit habe, werde ich hier auch mal wieder ehrenamtlich mitarbeiten.“